Wenn’s beim Prüfen drei Mal klingelt

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Dass man bei Fälschungsversuchen manchmal des Guten zu viel tun kann zeigte sich auch in einem weiteren Fall. Befragt werden sollten Personen mit englischen bzw. mit französischen Sprachkenntnissen. Die offene Screeningfrage lautete einfach: Welche Fremdsprachen sprechen Sie? Die meisten Befragten beherrschten entweder Englisch oder Englisch und Französisch. Ein Interviewer lieferte aber 9 Interviews ab die von ganz erstaunlichen Sprachfähigkeiten seiner Befragten zeugten, bzw. zeugen sollten. Diese Personen sprachen fast ausnahmslos nicht nur die beiden verlangten Sprachen Englisch und Französisch, sondern auch noch Spanisch und Italienisch, sowie vielfach zusätzlich auch noch Griechisch oder Portugiesisch. Und als ob das nicht schon genug wäre, gaben drei der Befragten zusätzlich auch noch an, über dänische und/oder schwedische Sprachkenntnisse zu verfügen. Eine entsprechende Überprüfung ergab Überraschendes: Die angeblich Befragten bestätigten spontan und überschwänglich die Durchführung des Interviews (Aussage: „Ein sehr, sehr netter Interviewer, das Interview hat viel Spaß gemacht!“), waren jedoch in keinem Fall in der Lage, ihre angeblichen Sprachkenntnisse noch einmal korrekt aufzulisten.

Erschienen in: planung & analyse 2/2008